Republic P47 – Thunderbolt

Auch dieser Jäger ist ein interessantes Modell. Ein Mitteldecker in extremer Bombern, die doch ein erhebliches Gewicht auf die Waage bringen. Nachfolgend dann einiges über die Entstehung des Modells, eines Produktes aus dem Vertrieb von R.E.M, aber eigentlich Phönix Model Products aus Fernost und heute auch bei Graupner zu bekommen.

Die Spannweite 1.640 mm, Motor: 15 ccm Coolfire 91, Gewicht soll 3,9 kg! – für mich ultraleicht – es wurden knapp 4,0 kg (Schwerpunktausgleich durch großen Akku) und ich kann sagen, das Modell und der Motor sind sehr empfehlenswert. Das Modell und der Motor waren sehr preisgünstig: Modell 155.- Euro und Motor 59.- Euro, sodass hier das Preis-Leistungsverhältnis optimal erreicht ist. – Einfach empfehlenswert!

Und so wurde aus dem Bausatz ein Modellflugzeug:

Nachdem der Flieger ausgesprochen leicht gebaut ist, kann man gar nicht genug sorgsam mit den einzelnen  Bauteilen umgehen. Eine Styroporunterlage ist also unbedingt erforderlich, sonst gibt es zerkratzte Folie und Dellen en Masse!
Der Motoreinbau ist ungewöhnlich da keinerlei Angaben in der Bauanleitung vorhanden sind; – also nix für An-  fänger. Man muss nachdenken und im Modell umsehen und sich nach den angedeuteten Befestigungsstellen  der Motorhaube richten. – Und, siehe da, im Rumpf sind Balsa-Sperrholzklötze an der Stelle an der die Motor-  haube hin und befestigt werden soll. Der Vorgang: Erst wird die Motorhaube formpassend am Rumpf einge-  richtet, sodass sie mit den Befestigungsbohrungen in die Mitte der im Rumpf befindlichen Balsaklötze reicht.  Erst dann kann der Motor entsprechend dem Abstand Firewall – Motorhaube außen (Propellerabstand von der  Haube beachten) am Motorträger befestigt und nachher innerhalb der Motorhaube eingemittelt werden. Der  Motor Coolfire 91 wurde mit den mitgelieferten Motorträgern mit Nachbesserungen für Sturz und Seitenzug  eingebaut. Das Ausmitteln der Befestigung des Motors ist natürlich eine Konzentrationsübung.

Der Tankeinbau und der Einbau des Gas- und des Höhen- und Seitenruderservos ist problemlos verlaufen. Die Flügel sind voll bespannt und die Querruder und Klappen fertig eingebaut (mit Scharniersicherung).   Unvorteilhaft ist die Montage der Servos, da es heute genügend flache Servos gibt, also eine Montage auf der  Flügelaußenhaut nicht sein müsste. Noch dazu ist zumindest für flache Flächenservos die Flügeldicke groß  genug. Mag sein dass hier der Leichtbau Vorrang haben sollte. Ich habe GWS-Servos Type IQ-550BB  eingebaut, da sie nur ca. 6mm die Flügelaußenhaut überragen.

Das mitgelieferte Einziehfahrwerk sieht verlässlich aus, doch gehören unbedingt Federbeine montiert, was ich  auch tat. Inzwischen weis ich dass das Fahrwerk auch in Ordnung ist.
Etwas Vorsicht ist auch bei der Montage des Höhen- und Seitenleitwerks angebracht. Auf eine EWD-Prüfung  darf man nicht verzichten, denn so wie es aus der Schachtel war, hätte ich -0,5 Grad gehabt. Damit kann ich  nicht und so habe ich mich auf knapp mehr als 1/2 Grad eingearbeitet. Mit viel Geduld kommt man zum Ziel.  Dumm ist nur, dass man unheimlich viel aufpassen muss, dass man an der Beplankung, die ja überall ist,  und  an der Bügelfolie keine Dellen macht. – Na dafür ist das Ding eben auch sehr leicht.

Den Flügel habe ich zwischendurch zusammengeklebt und das Einziehfahrwerk eingebaut. Nachdem ich sonst  mit Giezendanner- oder Pressluftfahrwerken arbeite, war mir der Einbau und vor allem die Funktion eines Einziehfahrwerkservos ungewohnt. Ein solches Servo lässt sich vom Sender weg nicht beeinflussen, insbeson-  dere störte mich die Stellgeschwindigkeit. Daher baute ich ein passendes starkes Servo ein, welches beeinflussbar ist.

Die ersten Takte des Coolfire-Billigmotors folgten nun. Der Motor sprang sehr gut an, doch war die  „Werkseinstellung“ der Leerlaufdüse nicht passend. Einige Male ein kleiner Klopfer auf die Finger steigern die  Aufmerksamkeit im Umgang mit dem Motor. Jetzt stehe ich nach eineinhalb Tanks bei einem Standgas von  knapp unter 2000 U/min und einer Vollgasdrehzahl von leider erst knapp 7.400 U/Min mit der 14×7 – 3-Baltt-  schraube. Na mit 9000 wäre ich zufrieden gewesen, doch denke ich, der Motor muss erst einlaufen. (Zum  Gegensatz: mein 91 Super Tigre schafft mit gleichem Prop gut 8.000 U/Min). Aber wozu die hohe Drehzahl? –  es geht auch mit 7400 mehr als ausreichend gut, auf jedem Fall beim Start im Gras ein Vorteil.

Die Schwerpunkteinstellung bereitete mir Kopfzerbrechen, denn laut Bauanleitung sollte der bei 150 mm liegen  (bei Flächentiefe 330mm). Also ich halte da auf Bewährtes und habe mich auf die Drittelregelung eingestellt  und 110mm verwendet. Dies stimmt auch mit der ähnlich gebauten Spitfire zusammen und dort passt das sehr  gut. – Der Erstflug bestätigte später die Entscheidung. Die Pickerl sind aufgebracht, also könnte ich eigentlich  dann bald mal auf die Piste und zum Erstflug schreiten.

Endlich am Ziel – Der Erstflug erfolgte schließlich am 14. 07. 2007. Nach der üblichen Anstart-Prozedur ging’s  auf die Piste. Gas hinein und der Vogel läuft an und hebt das Schwänzchen und mit etwas Seitenruderkorrektur  (zu wenig Seitenzug nach rechts, oder doch der Seitenwind?) hebt ganz flach und ohne ziehen ab. Der Erstflug  erfolgte ohne Kunstflugeinlagen und eine schöne Landung ergab sich durch die hervorragenden Flugeigenschaften des Modells. Im nächsten Flug konnte ich zum ersten Mal wirklich funktionierende Landeklappen  benützen. Die in der Bauanleitung empfohlenen Ausschläge passen sehr gut. Allerdings war ich beim Ausfahren  noch viel zu schnell und musste korrigieren. Das macht künftig die Fernsteuerung selbst, denn dann kann man  wirklich mit Schleppgas fliegen…. und langsam werden, dass man es nicht glauben möchte. Mit der Klappenverwendung kann man die Landegeschwindigkeit noch deutlich verringern und fahrwerksschonende Landungen  mit wenig Stress gelingen problemlos. Aus vollster Überzeugung kann ich dieses Modell jedem fortgeschrittenen Modellflieger empfehlen.

| Video vom Erstflug, Stream 12,5MB-WMV|

Ergänzende Feststellungen zum Flugbetrieb (aus 2009):
Inzwischen sind einige Flüge zustande gekommen. Der Motor läuft akzeptabel, scheint aber noch nicht end-  gültig eingelaufen sein; er lässt im Flug mit der Leistung zeitweise nach und versagt öfter nach einigen Sekun-  den Drossellauf einfach seine Leistung zur Gänze. Zum Flugverhalten gibt es nichts neues zu ergänzen, sieht  man davon ab, dass das Modell die Landungen sehr erleichtert und niedrige Landegeschwindigkeiten auch  ohne Klappen möglich sind. Derzeit habe ich am Querruder 40% Expo und am Höhenruder 35% eingestellt.
Die Starts sind trotz Zweibeinfahrwerk als einfach einzustufen, insbesondere dann wenn man in der Anroll-  phase nicht Vollgas gibt. Selbst vom Rasen weg reicht dreiviertel Gas und das mit einem eher schwachen  Motor (wie es der Hype 91 ist) und mit Bedacht gezogenem Höhenruder läuft die Maschine dann mit gehobe-  nem Heck einige Zeit. Hat man bisschen zuviel Höhe, dann hebt das Modell schnell ab und nimmt dann deutlich  sichtbar Fahrt auf. Abgekippt ist mein Modell noch nie.
Das Einziehfahrwerk selbst ist naturgemäß eine Schwachstelle, wobei nicht der konstruktive Einbau oder die Fahrwerksmechanik selbst das Problem darstellen. Schwach sind die Stahldrähte die Fahrwerksnocke und Federbein/Rad verbinden, die mit 4mm Durchmesser trotz des leichten Modells ein wenig schwach sind.  Das äußert sich in leichten Verbiegungen von einigen Millimetern, gut sichtbar wenn das Rad eingezogen in  der Radmulde liegt. Es ist insofern aber nicht schlimm, da sich die Fahrwerksbeine mit sanftem Druck leicht  wieder „normalisieren“ lassen. Bei längerem Gebrauch stellt sich aber heraus, dass das beim Bausatz beinhal-  tete Fahrwerk eben nicht eines der dauerhaftesten ist. Bedingt durch meine Motorexperimente ergaben sich  doch einige Notlandungen, die dann eben einmal doch eine Nummer zu hart oder schnell geworden sind. Es  kam zu einem Bruch einer Fahrwerksnocke mit dem Verlust des gesamten Federbeines; aber sonst keine  Beschädigung des Modells. Der Bruch der Nocke könnte auch durch das Aufbohren der Federbeinstähle auf  5 mm Durchmesser (jetzt verbiegen sie sich nimmer) entstanden sein, trotzdem, das Originalfahrwerk des  Bausatzes ist als „zart“ einzustufen. Ohne Motorexperimente und Notlandungen aus niedriger Höhe, die gera-  de noch am Flugplatz gelingen, ist das Fahrwerk durchaus zu brauchen. – Ich habe jetzt ein mechanisches  EUROKIT-Fahrwerk nachgerüstet, welches gerade noch in die vorgesehenen Befestigungsöffnungen hineinge-  passt hat. Dieses Fahrwerk ist wesentlich robuster und benötigt auch ein Einziehfahrwerksservo; derzeit  verwende ich ein High-Torque-Servo, welches in der ausgefahrenen Endstellung leider brummt.  Bei einer Notlandung brach eine Fahrwerkshalterung nasenleistenseitig wegen nicht optimaler Klebung aus  die ohne umständliche Reparatur behoben werden konnte (siehe Bild). Seither klebe ich zur Sicherheit alle Einziehfahrwerksbefestigungen bei neuen Modellen von vornherein nach.

Wegen der eher schwachen unverlässlichen Motorleistung und vor allem wegen der ungenügenden  Betriebssicherheit (unteres Drehzahlbereich) wurde der typgleiche Motor aus meiner Spitfire2 eingebaut.  Doch auch dieser Motor brachte nicht die notwendige Betriebssicherheit. (Erst nach zahlreichen Tests kristal-  lisierte sich später heraus, dass die Vergaser bei den Hype-Motoren unzureichend genau gefertigt sind. – Jeder  alte Webra TN- oder Dynamix-Vergaser löst das Problem restlos und befriedigend.) Fazit: Ein Super Tigre G90  Ring wurde eingebaut und gleich auch eine Gasreduzierung eingerichtet, die in der Startphase eine Leistungs-  beschränkung auf ca. 60% bringt. Mit der reduzierten Leistung gestalten sich die Rollphasen beim Start wesen-  tlich angenehmer. Beachtlich wiesen sich auch die Langsamflugeigenschaften des Modells mit ausgefahrenen  Klappen (30 Grad) aus – bei Thermik steigt das Modell wie ein Segelflugzeug weg. – Wie schon vorher gesagt,  ein hervorragendes Modell!

Letzter Flug: im März 2009

Haben Sie Fragen zu dem Modell – nehmen Sie mit mir Kontakt auf – siehe nachstehend!