Chance Vought F4U – Corsair

Die „Corsair“ ist eine sehr interessante Konstruktion, welche im WW II-Kriegseinsatz zu großer Bekanntheit gelangte. Das Flugzeug wurde insbesondere auf Flugzeugträgern der Amerikaner eingesetzt. Dort mussten die Flächenenden aufklappbar sein, damit die Maschinen platzsparend untergebracht werden konnten. Summasummarum ist  diese Maschine vom Aussehen und vom Einsatzzweck auch für  Modellbauer interessant und übt einen besonderen Reiz aus. Auch ich  konnte mich nicht diesem Einfluss entziehen. Mein Modell hat eine  Spannweite von 1,92m, eine Länge von 1,47 m und ein Gewicht von  ca.5,9kg, besitzt ein Einziehfahrwerk und wird von einem Enya 120FS Viertakter mit einem 14×7-3Bl-Prop (max. 7800 U/Min) angetrieben. Die Besonderheit und Schwierigkeit bei diesem Modell ist das Einziehfahrwerk, welches die Räder während dem um 90 Grad dreht. Der Drehmechanismus neigt leider sehr zur Abnützung und ist daher alles andere als spielfrei. Das Einstellen der Spur ist ein Kapitel  für sich und bedarf großer Sorgfalt. Andernfalls bleibt das Modell immer mit einem Kopfstand stehen, da sich die Räder querstellen und stark bremsen. Doch wie lässt sich das Modell bauen, was ist zu beachten, wie bekommt man die Mätzchen in den Griff, usw., siehe unten.

Der Werdegang eines faszinierenden Modellflugzeuges

Nachdem Eintreffen des Bausatzes (KMP) und den Schritten des Zusammenbaus ist eindreiviertel Jahr vergangen ist, in dem ich auf die Lieferung des gleichzeitig bestellten pneumatischen Einziehfahrwerkes (von Graupner) wartete, aber vom Modellbaugroßhändler keine Anstalten gemacht wurden, mir das bestellte zu liefern, so dass ich zur Selbsthilfe griff und mir  ein anderes
Fahrwerk so umbaute, dass sich die Räder wie beim Original während des Einziehens um 90 Grad flach drehen und dann im Flügel verschwinden.

Es gibt ein für das Modell ein billiges mechanisches Einziehfahrwerk, doch ist dieses derart schwer bewegbar (Hebelübersetzung zu klein), dass man für jedes Federbein ein eigenes Einziehservo
benötigen würde. Doch dafür fehlt dann auch noch der geeignete Platz zur Unterbringung. Also verwendete ich zur Überbrückung ein pneumatisches Einziehfahrwerk (aus China) aus einem
anderen Bausatz und ertüchtigte es für meine Zwecke. Beim Einbau des Fkw. im Flügel konnte ich dem ARF-Bausatz kein gutes Zeugnis ausstellen, denn da war einiges umzuändern. Der starke
Holm musste unterbrochen und nach Einpassung des Fahrwerks wieder verstärkt werden. Ansonsten ist der Bausatz akzeptabel und überwiegend sehr massiv ausgeführt. Schwierig wird die
allfällige Erhaltung und Ausbesserung der Matt-Lackierung werden. Fraglich, weil für mich neu, war auch die Befestigung des Einziehfahrwerks.  Es sind dafür nur 4 Holzschrauben vorgesehen;
inzwischen weis ich, dass die (bisher bei Beton- und Graspiste) genügten.

Einmal kommt ja immer der Erstflug.- Nun, es war eine Freude, das Modell flog vom Beginn an hervorragend. Die Motorisierung mit dem alten Enya 120 4C ist für meine Ansprüche ausreichend.
Mit der 14×7 Dreiblattschraube ist das Modell nicht nur optisch sondern auch akustisch ganz gut gelungen. Die Maschine ist nicht übermäßig schnell und für alte Herren wie mich daher angenehm
zu fliegen. Schon nach den ersten Kurven musste ich erkennen, dass man mit dem Modell sehr realistisch fliegen kann, bzw. dass das Flugbild sehr vorbildgetreu ist. Einzig der Motorzug ist etwas zu stark nach unten gerichtet, sodass beim Drosseln das Modell leicht steigt. – Jedenfalls gelang die erste Landung ohne Klappen butterweich. Mal sehen wenn ich das erste Mal Kunstflugfiguren am Programm stehen.

Alsbald hat sich das Fahrwerk nach mehreren Landungen als großes Problem herausgestellt. Die Nocke des Fahrwerks hat sich bereits nach höchstens 8 Landungen ausgeschlagen und auch die Lagerung der Federbeinachse (muss ja drehbar sein), sodass die Räder bald nach dem Aufsetzen und Rollen eine starke Vorspur einnehmen und es zu einer starken Bremsung kommt. Gut, da war viel Eigenaufwand beim Fahrwerk dabei und die Gegebenheiten des Materials ließen keine höhere Perfektion zu. – Das Höhenruder kann hier helfen, aber bei niedriger Geschwindigkeit ist die Wirkung vorbei und das Modell geht auf die Nase, der Propeller wird kürzer. Zum Glück bisher deswegen noch kein Überschlag. Ich habe jetzt die Spur anders eingestellt, so dass beim ausrollen die Räder kaum Vorspur einnehmen sollten. Man wird sehen ob ich richtig liege…?

Nun, fast 2 Jahre später fliege ich mit dem Modell auf einem Grasplatz. Gras hat viele Vorteile gegenüber Beton oder Asphalt, doch für meine Fahrwerke stellt sich der hohe Rollwiderstand als
Problem hoch 3 und als enorme Belastung dar. Insbesondere das chinesische Originalfahrwerk ist im Bereich der Nockenlagerung schmal und somit scheinbar zu schwach. Die selbstgebaute
Drehmechanik bringt weiteres Spiel mit sich, sodass sich alles zusammen nicht sehr professionell darstellt. Es funktioniert, doch ist jede Landung spannend, denn es könnte ja trotz weichem
Aufsetzen beim Rollen doch noch der Radlauf zur Sturzquelle werden. Na ich werde nach Wegen suchen die Geschichte in Griff zu bekommen, da das Modell ein herrliches Flugbild und angenehme Flugeigenschaften hat. In einem neuen Anlauf wurden die bereits von mir mit Messingbuchsen verstärkten und spielfrei gemachten Nockenlagerungen im Rahmen eingeklebt. Weiters wurde eine von mir eingebaute Lagerbuchse für die Lagerung eines Fahrwerksbeines in der Fahrwerksnocke neu hergestellt und eingepresst. Nun ist das Lagerspiel erträglich und das gesamte Spiel für Radlauf sichtlich verbessert. Dennoch ist dies Lösung nicht elegant. – Ich werde bald sehen, ob das Fahrwerk einige Landungen verkraftet, ohne dass das Gesamtspiel sich deutlich. Einige Zeit ist vergangen und mehrere Flüge wurden absolviert.

Das Fazit: Das Fahrwerk wackelt schon wieder, was mich dazu veranlasste, mich mit dem Ungemach abzufinden. Wichtig ist, dass es letztlich befehlsgemäß ausfährt und verriegelt. Das tut es und bereits nach einem Meter Rollstrecke ist von dem Spiel nichts mehr zu bemerken. Man muss eben manchmal mit Kompromissen leben (oder ein zweites Modell verbessert bauen). Schade ist auch, dass ich von Beginn an die Chance nicht genützt habe, die Schrägstellung des Fahrwerks in Fahrtrichtung nach vorn um ca. 5 Grad, zu vergrößern. Das ist auch nicht ganz einfach, würde aber deutlich die Kopfstandtendenz abbauen.

Wenn Sie Fragen haben, nehmen Sie doch mit mir Kontakt auf:

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